E12: Anteil beeinträchtigter Fliessgewässerabschnitte

Durch Begradigungen sind in der Vergangenheit viele Flüsse eingeengt worden. Der Bau von künstlichen Ufern und Flusssohlen führte zu einem Verlust an Lebensräumen, Unterschlüpfe für Kleinlebewesen und Fische gingen verloren. Im Unterschied zu verbauten Flüssen bieten Flussläufe mit unverbauten, strukturreichen Ufern und Sohlen vielen Lebewesen wichtige Lebensräume, insbesondere auch jungen Fischen und ihren Beutetieren.

Heute befinden sich rund 14'000 Kilometer oder 22 Prozent der Schweizer Fliessgewässer in einem beeinträchtigten Zustand.

Ökomorphologischer Zustand der Fliessgewässer in der Schweiz

Zustand von Sohle, Ufer und Umland der Fliessgewässer (Ökomorphologie) in drei Regionen und der Schweiz nach fünf Kategorien.

Prozentuale Anteile

Kommentare

  • Fliessgewässer der Kategorien «natürlich/naturnah» und «wenig beeinträchtigt» sind aus ökomorphologischer Sicht in einem guten Zustand. Der Zustand von Fliessgewässern, die zu einer der drei anderen Kategorien gehören, gilt als schlecht.
  • In einem ökomorphologisch beeinträchtigten Zustand befinden sich rund 14'000 Kilometer der Schweizer Fliessgewässer. Das entspricht rund 22 Prozent der Gesamtlänge der Fliessgewässer. Davon sind rund 10'000 Kilometer stark beeinträchtigt oder künstlich. Weitere 4'000 Kilometer sind eingedolt, liegen also unter der Erdoberfläche. Rund 51'000 Kilometer oder 78 Prozent der Fliessgewässer (blau und grün) sind in einem ökomorphologisch guten Zustand.
  • Im Jura und im Mittelland sind mit 36 und 38 Prozent deutlich mehr Fliessgewässerabschnitte beeinträchtigt als an der Alpennordflanke mit 18 Prozent. Im Jura misst das Gewässernetz 3'000, im Mittelland 15'000 und an der Alpennordflanke 24'000 Kilometer.
  • Im Mittelland sind mit 14 Prozent besonders viele Fliessgewässer eingedolt. Dort liegen dreimal so viele Fliessgewässerabschnitte unter der Erde wie an der Alpennordflanke und doppelt so viele wie in der Schweiz insgesamt.
  • Der Anteil der beeinträchtigten Fliessgewässerabschnitte nimmt tendenziell langsam ab, weil vielerorts Gewässer renaturiert werden, auch wenn es sich meistens um kürzere Abschnitte handelt.