E5: Nutzungs- und Bedeckungsvielfalt des Bodens

Die Vielfalt und Anordnung von Lebensräumen beeinflusst die biologische Vielfalt. Reich strukturierte Landschaften beherbergen mehr Arten als monotone Landstriche.

Ein Lebensraummosaik ist für die meisten Arten günstig, so etwa für Arten, die mehrere Lebensräume nebeneinander benötigen, weil sie in unterschiedlichen Lebensraumtypen ihre Nahrung suchen, ihre Jungen aufziehen oder sich ausruhen. Arten jedoch, die von grossräumig einheitlichen Lebensräumen abhängig sind, leiden unter ausgeprägter Kleinräumigkeit. Zudem schafft Kleinräumigkeit nicht immer positive Voraussetzungen für die Artenvielfalt, insbesondere dann nicht, wenn zuvor zusammenhängende Lebensräume künstlich zerschnitten werden, etwa durch Strassen. Der Indikator kann daher nur in Verbindung mit anderen BDM-Indikatoren bewertet werden.

Entwicklung in der Schweiz

Die folgende Tabelle gibt die mittlere Anzahl Wechsel pro Quadratkilometer von einer Nutzungs- oder Bedeckungsart zur anderen in der Schweiz an. Es gilt ein Vertrauensbereich von 95 Prozent. Der Zustand 1985 bezieht sich auf die Arealstatistik von 1979/85, der Zustand 1997 auf jene von 1992/97.

  Zustand 1985 Zustand 1997 Veränderung
Schweiz 82.3 ± 0.4 82.9 ± 0.4 0.6 ± 0.0

Lesebeispiel

Die mittlere Anzahl der Wechsel zwischen verschiedenen Bodennutzungstypen pro Quadratkilometer stieg zwischen 1985 und 1997 um 0,6 Einheiten.

Kommentar

Die Bodennutzungs- und Bodenbedeckungsvielfalt hat zwischen 1985 und 1997 zwar nur sehr wenig, jedoch statistisch signifikant zugenommen. Eine gleich bleibende Anzahl Wechsel bedeutet nicht in jedem Fall eine unveränderte Landschaft. Denn diese verändert sich auch, wenn eine Nutzung durch eine andere ersetzt wird. Die Vielfältigkeit nimmt dann zwar nicht zu, der Nutzungswechsel kann die Biodiversität aber positiv oder negativ beeinflussen.

 

Bedeutung für die Biodiversität

Reich strukturierte Landschaften bieten mehr Lebensräume und eignen sich somit für mehr Arten als monotone Landschaften. Viele Arten sind auf eine vielfältige Landschaft angewiesen, weil sie in unterschiedlichen Lebensräumen ihre Nahrung suchen, ihre Jungen aufziehen, sich ausruhen oder fortpflanzen. Ein Lebensraummosaik ist für die Biodiversität daher meistens positiv. Entscheidend ist allerdings, wie sich das Mosaik zusammensetzt. Auch die Verdichtung des Strassennetzes führt zu Kleinräumigkeit, zerschneidet aber zuvor zusammenhängende Lebensräume und ist deshalb schlecht für die Biodiversität. Eine Zunahme der Nutzungs- und Bedeckungsvielfalt kann sich unter Umständen also auch negativ auf die Biodiversität auswirken. Der Indikator muss deshalb in Verbindung mit anderen BDM-Indikatoren bewertet werden.