E6: Nährstoffangebot im Boden
Eine hohe Belastung mit Nährstoffen – insbesondere Stickstoff-, Phosphor- und Kaliumverbindungen – führt in der Regel zu einer Abnahme der Pflanzenvielfalt. Einzelne Arten, die das hohe Nährstoffangebot nutzen können, wachsen schnell und verdrängen konkurrenzschwache Arten, die nährstoffarme Böden bevorzugen.
Der Indikator E6 zeigt, wie gross das Nährstoffangebot in Schweizer Böden ist. Im Hinblick auf die Biodiversität ist eine Zunahme des Wertes negativ und eine Abnahme positiv zu werten.
Der Indikator zeigt anhand der Zusammensetzung der Pflanzenarten an einem Standort den Nährstoffgehalt des Bodens an. Dieser wird meistens durch Stickstoff, oft aber auch durch Phosphor bestimmt. Die sogenannte Nährstoffzahl drückt die Vorliebe der Pflanzen für einen tiefen oder hohen Nährstoffgehalt im Boden aus. Ein hoher Wert lässt auf nährstoffreiche Böden schliessen, ein tiefer auf nährstoffarme Böden. Die Skala reicht von 1 bis 5.
Mittlere Nährstoffzahl im Boden
Entwicklung der mittleren Nährstoffzahl im Boden aufgeteilt nach Nutzungen 2001/05 und 2006/10 in der Schweiz.

Kommentar
- Die Böden des Mittellandes sind aufgrund ihrer intensiven Nutzung als Ackerland im Durchschnitt nährstoffreicher als Böden anderer Regionen. Die Böden auf der Alpensüdseite sind im Durchschnitt magerer als auf der Nordseite. Dies hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen, namentlich mit dem unterschiedlichen Klima, der bergigen Topografie und der weniger intensiven Nutzung.
- Die mittlere Nährstoffzahl im Boden hat sich innerhalb von fünf Jahren kaum verändert. Dies entspricht den Erwartungen, weil die Veränderungen eher langsam ablaufen.