E7: Nutzungsintensität der landwirtschaftlichen Fläche
Je mehr Dünger und Pestizide eingesetzt werden und je höher der Nutztierbestand, desto mehr steigt der Druck auf die Biodiversität.
Der Indikator E7 zeigt, wie intensiv die Landwirte ihre Flächen nutzen. Dazu werden die Nutzpflanzen-Erträge pro Fläche und der Tierbestand in Grossvieheinheiten (GVE) pro Hektare angegeben.
Der Indikator erfasst die Erträge der sieben Nutzpflanzen, die hierzulande vorherrschen – unter anderem Weizen, Gerste oder Kartoffeln – in Kilogramm pro Hektare. Damit lässt sich die Nutzungsintensität nur grob wiedergeben, da weitere Faktoren wie Klima, Bodenfruchtbarkeit, Sortenwahl oder Schädlingsbefall den Flächenertrag ebenfalls beeinflussen. Bei allen Nutzpflanzen zeigen sich als langfristiger Trend zunehmende Ernteerträge.
Auch der Tierbestand lässt nur bedingt auf die Nutzungsintensität schliessen, da die Tierrasse und die Art der Tierhaltung ebenfalls eine Rolle spielen. Gesamtschweizerisch hat der Nutztierbestand zwischen 1999 und 2009 um 3,25 Prozent zugenommen.
Beispiel: Zuckerrübenerträge 1975-2009 in der Schweiz (jeweils über 5 Jahre gemittelt)
kg/ha

Kommentar
- Die wichtigsten Kulturarten werfen heute mehr als doppelt so viel Ertrag ab wie vor hundert Jahren. Dazu führten optimierte Anbautechnik, Sortenzüchtungen mit höherem Ertragspotenzial, eine bessere Versorgung mit Nährstoffen und intensiverer Pflanzenschutz. Seit den 1990er Jahren stieg die Ertragsleistung weniger stark an. Teilweise sind die Erträge in jüngerer Zeit sogar leicht zurückgegangen, z. B. beim Raps.
- Zwischen 1975 und 1990 nahm der durchschnittliche Flächenertrag von Weizen und Gerste um rund ein Drittel zu. In den 1990er Jahren blieben die Werte beider Arten in einer ähnlichen Grössenordnung. In jüngster Zeit sind die Flächenerträge aller Arten mit Ausnahme von Triticale aber wieder angestiegen, wenn auch unterschiedlich stark. Am markantesten ist der Anstieg bei der Zuckerrübe.
- 1992 wurde der extensive Getreideanbau («Extenso», gemäss Direktzahlungsverordnung Art. 55) eingeführt. Der Ertrag von Extensogetreide ist tiefer als derjenige von konventionell angebautem Getreide. Möglicherweise beeinflusst der Anbau von Extensogetreide den Verlauf der Kurven, beträgt doch sein Flächenanteil seit 1996 immer zwischen 40 und 50 Prozent.
- Die Flächenerträge der Kartoffel sind seit rund 20 Jahren nahezu unverändert. Bei der Zuckerrübe hingegen ist ein fast stetiger Anstieg zu verzeichnen.
- Die wichtigsten Nutzungsarten belegen 215’512 Hektar Ackerfläche. Dies ist etwas mehr als die Hälfte des gesamten Ackerlandes (406’789 Hektar) und rund ein Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche (1,06 Millionen Hektar) der Schweiz. Die Anteile der wichtigsten Nutzungsarten im Einzelnen: Brotgetreide 86’692 Hektar, Futtergetreide 66’150 Hektar, Hülsenfrüchte 4’035 Hektar, Hackfrüchte 32’411 Hektar, Ölsaaten 25’020 Hektar und nachwachsende Rohstoffe 1’204 Hektar (provisorische Zahlen von 2009; aus dem Agrarbericht 2010 des BLW).
Beispiel: Mittlerer Tierbestand in der Schweiz. Angaben in Grossvieheinheiten/Hektar
| 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Schweiz | 1,15 | 1,14 | 1,14 | 1,15 | 1,14 | 1,14 | 1,15 | 1,16 | 1,16 | 1,24 | 1,19 |
Kommentar
- Der durchschnittliche Tierbestand veränderte sich zwischen 1999 und 2007 wenig, nahm aber in den letzten Jahren zu. Auffallend sind der Sprung um 0,08 Einheiten zwischen 2007 und 2008 und die darauf folgende Abnahme um 0,05 Einheiten im Jahr 2009.
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