E8: Florenfremde Waldflächen
Weniger als ein Prozent des Schweizer Waldes wird von fremdländischen Baumarten dominiert. Dieser geringe Anteil ist erfreulich, denn fremde Bäume sind der einheimischen Vielfalt abträglich, weil sie als Nahrung für die einheimische Tierwelt oft nicht in Frage kommen.
Für die schweizerische Forstwirtschaft hat der Anbau florenfremder Baumarten kaum eine Bedeutung. Der Anteil des Waldes, der von fremdländischen Baumarten dominiert wird, liegt zwischen 4 und 7 Promille. Dieser geringe Anteil ist erfreulich, denn florenfremde Baumarten können den Aufbau tierischer Nahrungsketten empfindlich stören. Von einheimischen Primärkonsumenten werden unter anderen die Baumarten Douglasie, Strobe, Zuchtpappel, Japanlärche und Küstentanne als Nahrung abgelehnt. Der Anbau fremdländischer Baumarten beeinflusst auch das Bodenleben, beispielsweise weil Mykorrhizapilze zurückgedrängt werden, die an bestimmte Baumarten gebunden sind.
Die Entwicklung des Indikators «Florenfremde Waldflächen (E8)» erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Vertretern des Landesforstinventares (LFI) der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. Die Indikatorwerte wurden vom LFI berechnet.
Entwicklung in der Schweiz
Als von florenfremden Baumarten dominiert, gelten hier Waldflächen mit einem Vorratsanteil fremdländischer Baumarten von 50 Prozent und mehr.
Geschätzter Anteil des Waldes, der durch florenfremde Baumarten dominiert wird. Angaben in Prozent.

Lesebeispiel
Der von florenfremden Baumarten dominierte Anteil am Gesamtwald betrug 2004/06 zwischen 0,4 und 0,7 Prozent. 1983/85 waren es zwischen 0,3 und 0,5 Prozent.
Kommentar
- Für die schweizerische Forstwirtschaft hat der Anbau fremdländischer Baumarten im Unterschied zu anderen mitteleuropäischen Ländern oder Regionen eine untergeordnete Bedeutung. Der Anteil des Waldes, der von fremdländischen Baumarten dominiert wird, liegt zwischen 4 und 7 Promille.
- In den Jahren 2004/06 war die Schweizer Waldfläche 12'788 Quadratkilometer gross. Davon wurden maximal 93 Quadratkilometer von florenfremden Baumarten dominiert.
- Die Robinie und die Douglasie sind die häufigsten fremdländischen Baumarten. Sie besetzen je rund einen Drittel der von fremdländischen Baumarten dominierten Fläche.
- In der Zeit zwischen 1983/85 und 2004/06 hat sich die von florenfremden Baumarten dominierte Waldfläche in der Schweiz kaum verändert. Die Veränderung wird auf der Grundlage von LFI-Stichproben auf 0 bis 56 Quadratkilometer geschätzt.
Zusätzliche Angaben
Eine Liste mit ausgewählten fremdländischen Baumarten in der Schweiz mit Angaben zur Häufigkeit und Vorrat sind im Datenblatt E8 detailliert aufgeführt.
Bedeutung für die Biodiversität
Fremde Pflanzenarten können den Aufbau tierischer Nahrungsketten behindern, mit einheimischen Baumarten um den Standort konkurrieren oder Habitate verändern. Mit den fremden Baumarten können weitere fremde Organismen zu uns gelangen – oft zum Schaden einheimischer Arten. Denn die «blinden Passagiere» befallen nicht nur ihre angestammten Wirtspflanzen, sondern manchmal auch einheimische Arten. Die Schweizer Ulmenbestände zum Beispiel werden durch die Ulmenwelke dezimiert, einer vermutlich aus Asien eingeschleppten Pilzkrankheit. Nur wenige Insektenarten können die eingeführten Pflanzen nutzen – meist jene mit wenig spezialisierten Ansprüchen an ihre Nahrung.
Von den hier aufgeführten florenfremden Bäumen stellt einzig die Robinie ein bedeutendes Problem dar, allerdings vor allem am Waldrand oder ganz ausserhalb des Waldareals. Die Robinie breitet sich spontan aus und besiedelt Ruderalflächen und Magerstandorte. Weil die Robinie Stickstoff im Boden anreichert, ermöglicht sie dann Nährstoff liebenden Pflanzen das Wachstum auf ehemals mageren Böden. Aus diesem Grund steht die Robinie auf der «Schwarzen Liste».
Wie die Werte des Indikators zeigen, fällt der Exotenanbau erfreulicherweise in der Schweiz jedoch kaum ins Gewicht, und es ist auch keine steigende Tendenz festzustellen.
Komplettes Datenblatt
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