Z12: Vielfalt von Artengemeinschaften
Der Indikator «Vielfalt von Artengemeinschaften (Z12)» beschreibt, wie sich die Artenzusammensetzungen innerhalb einzelner Nutzungstypen und in den verschiedenen Regionen der Schweiz entwickeln. Wenn sich infolge einheitlicher Nutzungen und anderen Prozessen überall die gleichen Arten ausbreiten, so steigt vielleicht kleinräumig betrachtet die Artenzahl, aber grossräumig wäre ein Verlust an Vielfalt, eine Vereinheitlichung die Folge. Umgekehrt können auch eher artenarme Standorte zur Vielfalt beitragen, wenn sie Arten beherbergen, die anderswo fehlen. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die Artengemeinschaften bei Pflanzen in den ganzen Landschaften, aber auch in Wiesen und Weiden tatsächlich vereinheitlichen.
Vielfalt von Artengemeinschaften in Schweizer Landschaften 2006 – 2010
Die Abbildung zeigt die Vielfalt der Artengemeinschaften von Gefässpflanzen, Brutvögeln und Tagfaltern im Erhebungszeitraum 2006 bis 2010. Je ähnlicher sich die Artengemeinschaften auf den Kilometerquadraten sind, desto tiefer fällt der Indikatorwert aus und umgekehrt. Allgemein am vielfältigsten sind die Artengemeinschaften in den Landschaften auf der Alpensüdflanke und in den Zentralalpen. Am einheitlichsten sind Artengemeinschaften in den Landschaften des Mittellandes.
Mittlerer Simpson-Index aller paarweisen Vergleiche der Kilometerquadrate. Je kräftiger die jeweiligen biogeografischen Regionen eingefärbt sind, desto vielfältiger sind dort die Artengemeinschaften.

Kommentare
- Die Artengemeinschaften im Jura sind fast so homogen wie im Mittelland. Interessanterweise unterscheiden sich diese beiden Regionen bezüglich ihrer mittleren Tagfaltervielfalt meist sehr deutlich voneinander (vgl. dazu Indikator «Artenvielfalt in Landschaften (Z7)»). Somit ist das Mittelland gleichmässig artenarm, der Jura dagegen gleichmässig artenreich.
- Der Unterschied zwischen Mittelland und Jura einerseits und den Alpenregionen andererseits hat sowohl nutzungsbedingte als auch natürliche Gründe. Die Alpenregionen beherbergen aufgrund der grösseren Höhenunterschiede und des ausgeprägteren Reliefs naturgemäss unterschiedlichere Artengemeinschaften als tiefer gelegene Regionen. Die Homogenität der Artengemeinschaften im Mittelland und im Jura ist aber höchstwahrscheinlich auch auf die intensive Nutzung dieser Regionen zurückzuführen. Diese hat zum Verschwinden örtlicher Besonderheiten geführt.
- Die absolute Zahl des Indikatorwertes für die gesamte Schweiz (siehe Anhang 1) ist nicht direkt mit den Werten für die biogeografischen Regionen vergleichbar. Weil diese anhand einheitlicher floristischer und faunistischer Verbreitungsmuster definiert wurden (Gonseth et al., 2001), ist es logisch, dass die Vielfalt der Artengemeinschaften zunimmt, wenn die Schweiz als Ganzes betrachtet wird.