Z2: Anteil der Nutzrassen und -sorten
Der Anteil von Nutztierrassen und Kulturpflanzensorten an der landwirtschaftlichen Gesamtproduktion hat sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark zu Gunsten einiger weniger Rassen und Sorten verschoben. Doch nicht nur der Verlust von Rassen und Sorten ist problematisch, sondern auch die Schmälerung der genetischen Basis auf wenige leistungsfähige Hybridlinien. Die Tendenz zur Inzucht vermindert die genetische Bandbreite der Nutztiere und -pflanzen und schränkt so das Reaktionspotenzial einer Population im Falle von Infektionskrankheiten, Parasitenbefall oder Seuchen ein. Um so wichtiger sind die Programme zur Erhaltung alter Rassen und Sorten. Sie begrenzen das Risiko, dass Rassen und Sorten definitiv verloren gehen.
Generell kann festgestellt werden, dass trotz der Erhaltungsprogramme wenige Sorten oder Rassen den kommerziellen Anbau respektive die Tierhaltung bestimmen. Extreme Beispiele hierfür sind die Schweine, von denen gut 80 Prozent des Herdebuchbestandes zur Rasse Edelschwein gehören oder die Reben. Rund 65 Prozent der Anbaufläche mit weissen Europäerreben sind von Chasselas/Gutedel bestockt.
Beispiel: Anteil der Rinderrassen am Herdebuchbestand
Prozent

Kommentare
- Die Anteile der verschiedenen Rassen an den Beständen, für die ein Herdebuch geführt wird, haben sich bei allen Nutztierarten seit 1999 wenig verändert. Zwar gibt es einige neue Rassen in der Schweiz. Ihre Bestände sind aber unbedeutend. Es handelt sich dabei meistens um Rassen, die nicht ursprünglich aus der Schweiz stammen und deren Bestände im Ausland viel höher sind. Für solche Rassen trägt die Schweiz keine besondere Verantwortung.
- Die Bestände einiger weniger Rassen sind viel grösser als jene aller anderen Rassen. Die Rasse mit dem grössten Bestand macht bei den Rindern rund die Hälfte des Herdebuchbestandes aus, bei den Schweinen rund drei Viertel, bei den Schafen ein Drittel und bei den Ziegen ein Viertel.
Beispiel: Wintergerste; Anteil der Sorten
Prozent

Kommentar
- Die Sortenverteilung ist sehr einseitig. Vier Sorten, nämlich Landi, Fridericus, Franziska und Caravan machen fast 90 Prozent des verkauften Saatguts aus.
- Der Anteil der Kategorie Diverse ging bis 2006 stetig zurück und zwar von 8 Sorten mit 26,6 Prozent im Jahr 2000 auf 5 Sorten mit 3,5 Prozent. Dieser Rückgang war im Wesentlichen auf die Sorte Baretta zurück zu führen. Baretta sowie Djebel und Lyric, zu Beginn der Zeitreihe bedeutende Sorten, sind inzwischen vom Markt verschwunden. Die erneute Zunahme der «Diversen» im Jahr 2007 beruht auf der Sorte Laverda, die sich aber nicht bewährt hat und deshalb bereits wieder zurückgeht.
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Indikatoren zum Thema
Weblinks
- Tierzuchtverordnung
- Anerkannte Zuchtorganisationen in der Schweiz
- Weinbaustatistik
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- Länderbericht zu Händen der FAO
- Pro Specie Rara
- Schweizer Braunviehzuchtverband
- Swissherdbook, vormals Schweizer Fleckviehzuchtverband
- Mutterkuh Schweiz
- Schweizerischer Saatgutproduzenten-Verband
- Swisspatat Branchenorganisation der schweizerischen Kartoffelwirtschaft