Z4: Weltweit bedrohte Arten in der Schweiz

Die Schweiz bietet vielen weltweit bedrohten Arten einen Lebensraum. Ihr Verschwinden bedeutet im Gegensatz zum Verschwinden von nur national bedrohten Arten meistens einen irreversiblen Verlust. Artenschutzmassnahmen zugunsten dieser Arten geniessen deshalb oberste Priorität. Derzeit kommen in der Schweiz mindestens 59 Arten vor, die die Weltnaturschutzunion IUCN als weltweit bedroht einstuft. Zu diesen Arten zählt zum Beispiel die Langfussfledermaus. Sie galt in der Schweiz seit hundert Jahren als verschollen, ist jetzt aber wieder aufgetaucht. Ebenso erfreulich ist die Entdeckung einer weltweit ausgestorben geglaubten Tulpenart im Wallis. Eine kleine Population von Tulipa aximensis wurde 1998 dort gefunden. Leider gibt es nicht nur gute Nachrichten, denn im vergangenen Jahrhundert sind mindestens sieben Arten ausgestorben, die nur in der Schweiz vorkamen.

Der Indikator zeigt, ob die Schweiz auf ihrem Territorium Bestände von weltweit bedrohten Arten erhalten kann. Von besonderer Bedeutung sind Arten, die nicht ausserhalb der Schweiz vorkommen oder nur in kleinen Beständen.

Entwicklung in der Schweiz

Artengruppe 1990 1995 2000 2005 2010 Verluste vor 1990 (letzter Nachweis)
Wirbeltiere 9 9 9 9 10 Stör (ausgestorben vor 1900), Jaunet (Saiblingart – um 1910), Gravenche, Kröpfer und Lavaret (Felchenarten – vor 1950), Féra (Felchenart – um 1950), Bodensee-Kilch (Felchenart – um 1970), Tiefseesaibling (um 1970), Huchen (Lachsfisch – um 1980)
Weichtiere 5 5 5 5 5
Gliedertiere* 15 15 15 15 15 Breitrandkäfer (vor 1935)
Moose 2 2 2 2 2 Jamesoniella unduliflora (1894)
Gefässpflanzen* 27 27 27 27 27 Purpur-Grasnelke (vor 1960),
Bodensee-Steinbrech (1956)
Total 58 58 58 58 59  

*  bei weiteren 21 Gliedertierarten und bei 1 Pflanzenart kann das Vorkommen in der Schweiz nicht gründlich geprüft werden. Es handelt sich unter anderen um 15 Ameisenarten und 4 unterirdisch lebende Kleinkrebsarten.