Z9: Artenvielfalt in Lebensräumen

Der Indikator Z9 ist einer der Kernindikatoren des BDM und zeigt, wie sich die Vielfalt von vier verschiedenen Artengruppen in wichtigen Lebensräumen und in verschiedenen Höhenlagen der Schweiz entwickelt. Erhoben werden Gefässpflanzen, Moose, Mollusken und Gewässerinsekten. Der Artenreichtum der vier ausgewählten Gruppen gibt klare Hinweise darauf, wie sich verschiedene Hauptnutzungen auf die Artenvielfalt in unseren alltäglichen Lebensräumen, das heisst in den «normalen» Schweizer Wiesen, Äckern, Wäldern und Gewässern auswirken. Die vier Gruppen stehen aber nicht für die Entwicklung der gesamten biologischen Vielfalt von den grossen Wirbeltieren bis zu den Mikroorganismen. Auch dürfen die Resultate dieses Indikators nicht isoliert betrachtet werden: Denn neben der Artenvielfalt spielt auch die Artenzusammensetzung (Indikator Z12) oder die Entwicklung einzelner Arten (Indikator Z8) eine wichtige Rolle.

Auffälligste Entwicklung der letzten 10 Jahre ist die deutliche Zunahme der mittleren Arten- und Individuenzahl bei den Schnecken, und zwar in mehreren Lebensräumen und Höhenlagen. Zugenommen haben vor allem häufige Arten, die keine besonderen Ansprüche an die Qualität ihres Lebensraums stellen. Dass solche «Allerweltsarten» tendenziell profitiert haben, ist auch bei Gefässpflanzen oder Moosen zu beobachten. Bei diesen beiden Artengruppen sind die Veränderungen der Artenzahlen aber weit weniger stark ausgeprägt als bei den Schnecken. In vielen Lebensräumen blieb die Artenzahl von Gefässpflanzen und Moosen in den letzten 10 Jahren sogar konstant. Im Siedlungsraum allerdings zeigt sich nun erstmals eine Abnahme der Artenvielfalt, die zumindest teilweise durch den Verlust an Lebensraum durch Bautätigkeit erklärbar ist.

Entwicklung in der Schweiz

Der Indikator Z9 ist darauf ausgerichtet, Veränderungen der Artenvielfalt von Gefässpflanzen, Moosen, Mollusken (Gehäuseschnecken) und Gewässerinsekten in den häufigsten Lebensräumen zu dokumentieren.

Seit Beginn der Erhebungen 2001 sind erste Tendenzen zu Veränderungen erkennbar. Auffallend ist vor allem, dass die Artenzahl von Mollusken sowohl in der Siedlung als auch in Wäldern und in Wiesen / Weiden deutlich zugenommen hat. Parallel dazu wurde für die Mollusken auch ein starker Anstieg der Individuenzahlen registriert. Die in den vergangenen Jahren verzeichneten Zunahmen der Artenzahlen von Moosen in Wäldern und im Gebirge haben sich inzwischen abgeschwächt. Bei den Gefässpflanzen und Moosen sind, bezogen auf die letzten 10 Erhebungsjahre, kaum Veränderungen nachweisbar. Als einzige aktuelle Tendenz wird hier eine leichte Abnahme der Artenzahl der Gefässpflanzen im Siedlungsraum beobachtet. Abnahmen der Artenzahlen lassen sich, bezogen auf gesamte Artengruppen oder Lebensräume, ansonsten nicht feststellen. Allerdings gibt es einzelne Arten, die rückläufig sind (vergleiche hierzu den Indikator «Bestand häufiger Arten (Z8)»), sowie einen generellen Trend zur Vereinheitlichung der lokalen Artengemeinschaften (vergleiche hierzu den Indikator «Vielfalt von Artengemeinschaften (Z12)»).

Die bisher beobachteten Tendenzen werden weiter unten noch ausführlicher kommentiert. In den folgenden Tabellen sind die aktuellen 10-Jahres-Trends für die mittlere Artenzahl der drei untersuchten Artengruppen für verschiedene Lebensräume angegeben. Ausgewertet wurden alle Messwerte der Jahre 2004 bis 2013. Die Feldaufnahmen für die Gewässerinsekten erfolgen erst seit 2010, Veränderungswerte liegen deshalb noch nicht vor.

Entwicklung der Artenzahlen zwischen 2004–2013
(Mollusken 2003–2012)

Lebensraum Trend
Gefässpflanzen
Trend
Moose
Trend
Mollusken
Siedlung abnehmender Trend gleichbleibender Trend zunehmender Trend
Wald gleichbleibender Trend gleichbleibender Trend zunehmender Trend
Äcker gleichbleibender Trend gleichbleibender Trend gleichbleibender Trend
Wiesen/Weiden gleichbleibender Trend gleichbleibender Trend zunehmender Trend
Alpweiden gleichbleibender Trend gleichbleibender Trend gleichbleibender Trend
Gebirge gleichbleibender Trend gleichbleibender Trend gleichbleibender Trend
Gewässer k.A. k.A. k.A.

Entwicklung der Artenzahlen in Wiesen/Weiden nach Höhenstufen zwischen 2004–2013
(Mollusken 2003–2012)

Höhenstufe Trend
Gefässpflanzen
Trend
Moose
Trend
Mollusken
Subalpin gleichbleibender Trend gleichbleibender Trend zunehmender Trend
Montan gleichbleibender Trend gleichbleibender Trend zunehmender Trend
Kollin gleichbleibender Trend gleichbleibender Trend gleichbleibender Trend

Entwicklung der Artenzahlen im Wald nach Höhenstufen zwischen 2004–2013
(Mollusken 2003–2012)

Höhenstufe Trend
Gefässpflanzen
Trend
Moose
Trend
Mollusken
Subalpin gleichbleibender Trend gleichbleibender Trend zunehmender Trend
Montan gleichbleibender Trend gleichbleibender Trend zunehmender Trend
Kollin gleichbleibender Trend gleichbleibender Trend zunehmender Trend

Komplettes Datenblatt

Kontaktperson

Christoph Bühler,
buehler E-Mail,
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