Bedrohung

Die Vielfalt ist in Gefahr - besonders in der Schweiz. Es fehlen naturnahe Lebensräume.

Die biologische Vielfalt der Erde ist in Gefahr. Bereits sind zahlreiche Arten ausgestorben, und noch viele mehr sind höchst bedroht. Wissenschafter vermuten, dass weltweit jährlich zwischen 10'000 und 25'000 Arten aussterben. Dies entspricht etwa einer bis drei Arten pro Stunde. Geht der Raubbau an der Natur weiter, werden wir Ende dieses Jahrhunderts möglicherweise die Hälfte der natürlichen Vielfalt unseres Planeten verloren haben, befürchten Wissenschafter.

In der Schweiz ist die Situation besonders alarmierend: Nach unserem bisherigen Wissen sind in unserem dicht besiedelten Land mehr Tiere und Pflanzen gefährdet als in vielen anderen vergleichbaren Ländern. Ihnen fehlen naturnahe Lebensräume, wo sie langfristig überleben könnten. So ist in unserem Land jede zweite Säugetierart und jede dritte Blütenpflanzenart auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Höchst bedroht

Am stärksten gefährdet sind in der Schweiz Amphibien wie der Laubfrosch sowie Reptilien. Ihnen fehlen geeignete, feuchte Lebensräume. (Bild: Urs Tester)

Allerdings sind die Daten über die Biodiversität in der Schweiz noch sehr lückenhaft. Erst das Monitoringprogramm des Bundes wird Aufschluss über die Situation geben. Im Gegensatz zu anderen Programmen, die vor allem die Entwicklung bedrohter Arten beobachten, konzentriert sich das Biodiversitäts-Monitoring des Bundes auf die Bestände von häufigen und verbreiteten Arten.

Gefahren für die biologische Vielfalt:

  • Zerstörung von Lebensräumen: Das Abholzen der äusserst artenreichen tropischen Regenwälder stellt weltweit eine der grössten Bedrohungen der Artenvielfalt dar. Aber auch bei uns gehen dauernd Lebensräume verloren. Die Siedlungen dehnen sich aus, die Natur wird verdrängt. Pro Sekunde wird fast ein Quadratmeter Landfläche überbaut.
  • Intensive Bewirtschaftung: Der Einsatz von Dünger, Unkraut- und Insektenvertilger beschneidet die natürliche Vielfalt stark. In der Landwirtschaft werden zudem nur noch einige wenige Sorten und Rassen bevorzugt.
  • Zerstückelung der Landschaft: Gerade in der dicht bevölkerten Schweiz ist dies ein Problem: Die verbleibenden, unbewohnten Landschaftsfragmente werden durch Strassen, Bahnen und Wege zerschnitten. Die Restflächen reichen oftmals nicht aus, um funktionsfähige Lebensgemeinschaften zu beherbergen.
  • Klimawandel: Durch Abgase steigt die Kohlendioxidkonzentration in der Luft. Dadurch erwärmt sich das Klima und schafft andere Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere. Dies geschieht weltweit mit einer so hohen Geschwindigkeit, dass sich die Arten nicht anpassen können.
  • Ausrottung von Tieren und Pflanzen: Immer noch gibt es weltweit zahlreiche Tiere, die durch Jagd und Wilderei vom Aussterben bedroht sind. Beispielsweise bestimmte Walarten. In der Schweiz wurden der Wolf, der Bär und der Luchs durch die Jagd ausgerottet.
  • Verdrängung durch invasive Arten: Einheimische Arten werden immer häufiger durch sich stark verbreitende, eingeschleppte Arten verdrängt. So macht sich beispielsweise die kanadische Goldrute an Stelle unserer einheimischer Hochstauden an Uferböschungen breit.

Stetig nagt der Baggerzahn

Jede Sekunde wird in der Schweiz 0,86 Quadratmeter Boden verbaut. Er geht damit für die biologische Vielfalt verloren.