Biologisch bewirtschaftete Flächen (M5)
 
Der Bio-Landbau verzichtet auf chemisch-synthetische Dünger und Pestizide. Deshalb erwartet man, dass er zu einer vielfältigen und artenreicheren Umwelt beiträgt.
 
 
Entwicklung in der Schweiz
 

Seit 1993 hat die biologisch bewirtschaftete Fläche von zirka 19‘000 auf rund 116’000 Hektaren im Jahr 2006 zugenommen, sank aber im Jahr 2007 auf rund 113’500, was 10,7 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche entspricht. Rund 60 Prozent der Flächen liegen im Berggebiet. Auffällig klein ist ihr Anteil in der Westschweiz.

 
 
Entwicklung in den Kantonen
 

Die Entwicklung in den Kantonen sowie in den Tal-, Hügel- und Bergregionen ist auf dem kompletten Datenblatt detailliert aufgeführt.

 
 
Bedeutung für die Biodiversität
 

Die Intensivierung der Landwirtschaft hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem enormen Rückgang der Artenvielfalt im Landwirtschaftsgebiet geführt. Eines der Ziele des Bio-Landbaus ist es, diese negative Entwicklung zu bremsen. Im biologischen Landbau wird in möglichst geschlossenen Kreisläufen mit umweltverträglichen Methoden produziert. Chemisch-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel sind verboten. Es ist deshalb anzunehmen, dass eine Zunahme des Bio-Landbaus der Biodiversität zugute kommt.

Auf biologisch bewirtschafteten Flächen ist die Vielfalt an Pflanzen, Kleintieren und Vögeln meistens grösser als auf konventionell bewirtschafteten. Da die Kulturpflanzen weniger dichte Bestände bilden, erreicht mehr Licht den Boden, was sich günstig auf das für die Artenvielfalt wichtige Mikroklima auswirkt.

Auch Gewässer profitieren vom Bio-Landbau, weil sie nicht mit chemisch-synthetischen Düngern und Pflanzenschutzmitteln belastet werden. Das Bestreben nach geschlossenen Kreisläufen führt dazu, dass die Viehbestände der Betriebsgrösse angepasst und das Land nicht übermässig gedüngt wird. Daher gelangen weniger Nährstoffe in die Gewässer (E14).

Bio-Landwirte engagieren sich besonders oft für die Erhaltung der genetischen Vielfalt indem sie für die Organisation Pro Specie Rara alte Gemüse- und Obstsorten anpflanzen und alte Tierrassen halten (Z1 und Z2).

Wieviel der biologische Landbau für die Artenvielfalt bewirkt, hängt stark von Standort, Klima, Kulturpflanzen und der Bewirtschaftungsmethode ab. Wie stark die Biodiversität durch den biologischen Landbau gefördert wird, kann deshalb nicht direkt aus dem Indikator M5 abgeleitet werden.

 
 
Weitere Informationen
 

Verantwortlich für M5:
Meinrad Küttel, meinrad.kuettel@bafu.admin.ch, +41 (0)31 322 93 24

Weitere Informationsmöglichkeitenen
> www.blw.admin.ch (Ausführliche Informationen über das Bundesamt für Landwirtschaft)
> www.statistik.admin.ch (Ausführliche Informationen über das Bundesamt für Statistik)
> Bio-Verordnung
> Direktzahlungsverordnung
> Landwirtschaftliche Zonen-Verordnung
> www.fibl.org (Ausführliche Information über den Biologischen Landbau)

 
 
Datenblätter
 
> Komplettes Datenblatt M5 (420 KB)
 
 
Referenz
 
Diese Angaben basieren auf dem Dokument 800 335.10 Produkt M5 V4 vom 19. Juni 2009.

Die Aktualisierung erfolgt jährlich nach Herausgabe der Zahlen des Vorjahres durch das Bundesamt für Landwirtschaft.