Weltweit bedrohte Arten in der Schweiz (Z4)
 

Die Schweiz bietet vielen Pflanzen und Tieren, die weltweit gefährdet und damit vom Aussterben bedroht sind, einen Lebensraum. Der Indikator zeigt, ob die Schweiz Bestände von solch bedrohten Arten auf ihrem Gebiet erhalten kann.

Weltweit bedrohte Arten geniessen bei Artenschutzmassnahmen erste Priorität, da ihr Verschwinden im Gegensatz zu national bedrohten Arten einen irreversiblen Verlust darstellt. Derzeit kommen in der Schweiz mindestens 60 von der IUCN als weltweit bedroht («gefährdet» oder «verletzlich») eingestufte Arten vor. Diese Zahl blieb in den letzten 15 Jahren unverändert. Bei 22 weiteren Arten ist nicht sicher, ob sie hierzulande vorkommen, da ihr Vorkommen nicht gründlich geprüft werden kann. 1998 wurde im Wallis eine kleine Population einer bereits weltweit ausgestorben geglaubten Tulpenart entdeckt und 2005 wurde in der Innerschweiz eine verschollene Moosart wiedergefunden, von der es weilweit nur 6 Fundorte gibt.

 
 
Entwicklung in der Schweiz
 
  1990 1995 2000 2005
Verluste in früheren Jahren (letzter Nachweis)
Wirbeltiere 7 7 7 7
Stör (vor 1900), Huchen (um 1980), Langfussfledermaus (um 1910)
Weichtiere 6 6 6 6
Gliedertiere * 17 17 17 17
Breitrandkäfer (vor 1935)
Moose 2 2 2 2
Jamesoniella unduliflora (1894)
Gefässpflanzen* 28 28 28 28
Purpur-Grasnelke (vor 1960), Bodensee-Steinbrech (1956)
Total
60
60
60
60

* bei weiteren 21 Gliedertierarten und einer Pflanzenart kann das Vorkommen in der Schweiz nicht gründlich geprüft werden.

Lesebeispiel
1990 gab es in der Schweiz sieben wild lebende Wirbeltierarten, die weltweit als gefährdet eingestuft sind. Daran hat sich bis 2005 nichts geändert.

 

Angaben zu einzelnen Arten
Ausführlichere Angaben finden sich auf dem vollständigen Datenblatt Z4.

 
 
Entwicklung in den Regionen
 
Die Entwicklung in den sechs biogeografischen Regionen der Schweiz ist auf dem vollständigen Datenblatt Z4 dargestellt.
 
 
Bedeutung für die Biodiversität
 
Der Indikator Z4 zeigt zwar nur einen sehr kleinen, dafür aber umso wichtigeren Ausschnitt aus der Biodiversität der Schweiz. Das Verschwinden von weltweit nicht gefährdeten Arten wie Brachpieper, Fischotter oder Sturmmöwe (siehe Indikator Z3) ist zwar für unser Land ein herber Verlust, für den Gesamtbestand dieser Arten aber bedeutungslos. Für das Überleben mancher anderer Arten sind die Vorkommen in der Schweiz indes entscheidend. Es ist deshalb sehr positiv, dass hierzulande keine der überprüften 60 weltweit bedrohten Arten in den letzten 15 Jahren ausgestorben ist. Die Wiederentdeckung der bereits als weltweit ausgestorben eingestuften Tulpe Tulipa aximensis im Wallis ist ein erfreuliches Ereignis. Mehrere weltweit sehr wichtige Artenvorkommen bleiben in der Schweiz jedoch vom Aussterben bedroht.
 
 
Weitere Informationen
 

Kontaktperson für Z4
Darius Weber, weber@hintermannweber.ch, +41 (0)61 731 18 45

Weitere Informationsmöglichkeiten
> Artenliste Schweiz: Weltweit bedrohte Arten, 1990 - 2005 (pdf, 252 KB)
> Rote Liste der IUCN
> Kartografie der Fauna
> Datenverbundnetz der Schweizer Flora

 
 
Datenblätter
 
> Komplettes Datenblatt (pdf, 68 KB)
 
 
Referenz
 
Diese Angaben basieren auf dem Dokument 624 Produkt Z4_2005 V1 vom 17. 03. 2006. Die Aktualisierung der Daten erfolgt 2011 (mit Daten für 2010).